Aktuelle Infos der Bürgerinitiative Gegenwind

Wir stehen für sachgerechte und faire Informationen zum Thema Windkraft.
Die Veranstaltung der Pro Wind am 23.05.2012 hat uns dazu veranlasst einige Meinungen, Äusserungen ins rechte Licht zu rücken.

Warum wir den Standort Autenried aus nachvollziehbaren Gründen ablehnen?

Folgende Themen bleiben auch nach der Podiumsdiskussion fragwürdig:

• Rentabilität der Standorte aus Sicht eines Betreibers:

Unmittelbar nach der Besichtigung in Gnannenweiler 11.03.12 forderten wir Erzeugerdaten des Bürgerwindrads an. Bisher erhielten wir noch keine Antwort und konnten uns somit kein Bild zur Wirtschaftlichkeit dieser Anlagen machen.

Interessant daher folgender Artikel mit Hinweis auf die Wirtschaftlichkeit.

• Rentabilität:

„Zu 100 Prozent kann man gar nichts garantieren“ Lt. Herr Ganz Vensol.
Auf der Fläche GZ01 Autenrieder Forst sind laut Empfehlung des Betreibers Windmessungen während 3 Monate in der Übergangsphase, Sommer - Winter, durchzuführen. „Kosten von 40-, 50- oder 100 TEUR - zahlt der Hersteller von Windanlagen“.

Gemäß RVDI sind 1280 bis 2000 Vollwindstunden notwendig um wirtschaftlich zu sein.

Der RVDI geht von 1200 Volllaststunden bei der Planung und Ertragsberechnung aus.

Die Firma Enercon stellt die Volllaststunden folgendermaßen dar:
Demnach ergeben sich durch Berechnung Ertrag/ Leistung der Maschine die zur Wirtschaftlichkeit notwendigen 1667 bis zu 2500 Volllaststunden.

In diesem Zusammenhang bestätigten uns Projektsteuerer und Investoren, dass die Investition in ein Windrad eine unternehmerische Beteiligung ist und damit das Risiko des Totalausfalls bzw. des Totalverlusts besteht. Damit ist die Investition in eine WKA in der Risikoklasse für Geldanlagen spekulativ.

• Neue Abstände:

RVDI 22.05.12
„Der Planungsausschuss beschloss daher mit knapper Mehrheit einen Mindestabstand zur Wohnbebauung von 800 Metern und 700 Metern zu ländlichen Siedlungen“. s. AZ 23.05.12
Die Häufung von Anlagen wird durch diese Regelung ungenügend berücksichtigt.

Die Abstände zur Siedlung Happach und in gleicher Achse mit jeweiligen Abständen von 400m jeder einzelnen WKA ist als Fläche zur Errichtung von 3 Windanlagen ohne gegenseitige Beeinflussung im geplanten Fenster nicht ausreichend. Hier eine Übersichtsskizze über die geplante Lage der WKA:

Im Fall Autenried wäre durch die lt. Planung bis zu 3 Anlagen mit Nabenhöhe von ca. 135m eine kritische Konstellation gegeben. Die Planungsdaten des RVDI mit Ermittlung der Mindestabstände resultieren aus Vergleichen mit Windparks von 3 Anlagen mit einer Nabenhöhe von nur 98m.

• Infraschall

Widerspruch gegen das in der Veranstaltung vom 23.05.12 vorgelegte "Gutachten". S. 6 Das Bayr. Landesamt für Umweltschutz führte in den Jahren 1998 bis 1999 eine Langzeitimmissionsmessung an einer 1 MW Windkraftanlage ( Typ NORDEX N54) in Wiggensbach bei Kempten durch...
weiterführender Link: Hammerl C Fichtner , J: Langzeit Geräuschimmisiionsmessungen an der 1-MW Windenergieanlage NORDEX N54

Es liegen mehrere aktuellere Unterlagen mit Nachweis von Infraschall durch das Gutachten der Bundesanstalt/Amt für GEO...
weiterführender Link: Gutachten der Bundesanstalt für GEO

Gutachten von Prof. Quambusch "WKA- Infraschall- Artikel 2" Grundgesetz:
weiterführender Link: "WKA- Infraschall- Artikel 2"

Ein englischsprachige Studie zum Thema "Windturbinensyndrom":
weiterführender Link: "Windturbinesynedrome and the brain"

Infraschall durch nur 90 m hohes Windrad, s. Muster der Schallwellenverteilung, hemmende/verstärkende Schallwellenausbreitung durch Geländeform und Reichweite der Schallwellen, wie weit reichen die Wellen bei 140 m Windrad?

• Denkmalschutz

Im Wald zwischen Gemarkung Autenried: Schlegel, Abtshalde gelegen sind mehrere Grabhügel als sogenannte „ Keltenschanzen“ kartografisch erfasst.
In der Beratungsrichtlinie 01/2012 des Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege findet man zum Thema „Erneuerbare Energien“ S. 7: weiterführender Link: Beratungsrichtlinie 01/2012

Denkmalverträglichkeit von Windkraftanlagen:
(…) b) Der Nähebereich und Bezugsraum von sog. Landmarken oder die Kulturlandschaft prägenden Denkmälern, wie z.B. vorgeschichtliche Befestigungsanlagen, obertägig sichtbare Grabhügelfelder, der Obergermanisch - Raetische Limes, Burg-, Burgstall-, Ruinen-, Schloss-, Kloster-Anlagen oder Kirchen und denkmalwerte Silhouetten von Siedlungen, sind zu schützen und regelmäßig von Windkraftanlagen freizuhalten.
c) Der Umfang des Umgebungsschutzes ist vom Schutzgegenstand abhängig. Eine pauschale Abstandsregelung kann nicht definiert werden.
d) Bei der Errichtung von Windkraftanlagen über Bodendenkmälern sind Bodeneingriffe auf das unvermeidbare Mindestmaß zu reduzieren. Die Errichtung und der Betrieb einer Windkraftanlage erfordern zwingend eine LKW-geeignete Zufahrt und die Einbringung entsprechender Netze in den Boden. Bauweise, Montageabläufe sowie die weitgehend verdichtungsfreie Möglichkeit zur Befahrung der Denkmalflächen mit Baustellenfahrzeugen sind in den Nebenbestimmungen zur denkmalrechtlichen Erlaubnis nach Art. 7 Abs. 1 DSchG bzw. diese ersetzende Genehmigungen festzusetzen. Die Kosten für im Erlaubnisfall im Ersatz für den Denkmalerhalt durchzuführende sog. „Rettungsgrabungen“ und Grabungsdokumentationen trägt der Veranlasser.(…)


Die Beratungsrichtlinie ist aus unserer Sicht Bestandteil einer Genehmigung für die zur Errichtung notwendigen Baumaßnahmen.

• Vogelschutz

„Der Bund Naturschutz habe im Moment keine Bedenken“ Thomas Frey BUND.

Länder-Arbeitsgemeinschaft der Vogelschutzwarten (LAG-VSW), Abstandsregelungen für Windenergieanlagen zu bedeutsamen Vogellebensräumen sowie Brutplätzen ausgewählter Vogelarten: weiterführender Link zur PDF

Wir bestehen ohne Kompromisse auf der 1000 m Abstandsregel für den Fall, dass bei einer detaillierten Standortprüfung ein Rotmilanhorst bestätigt würde.

• Preisverfall bei Immobilien:


Windkraft bringt Immobilienpreise in Turbulenzen: “Zahlreiche Immobilien in der Nähe von WKA sind quasi unverkäuflich”, erklärt Jürgen-Michael Schick, Sprecher des Verbands Deutscher Makler (VDM). Verbandsmitglieder in Niedersachsen und Schleswig-Holstein beklagten, dass einige Häuser seit Jahren mit Preisabschlägen von bis 40 Prozent angeboten würden. “Dennoch gibt es nicht einmal Interessenten für diese Objekte”, sagt Schick.
Auszug aus einem Artikel der Seite welt.de vom 22.September 2003.

Wir fordern, dass bei Veräußerung, nach Errichtung der WKA, eine Wertminderung zu 100% ausgeschlossen ist. 


• Bedrängende Wirkung:


Rechtsposition belegen durch Urteil OVG Koblenz
weiterführender Link: Urteil

• Untauglichkeit der TA Lärm als Grundlage für Festlegung von nicht hörbarem Schall:

  1. TA Lärm wurde nicht für impulshaltigen Schall gemacht
  2. Wurde für Schallquellenhöhe von Wohn- und  Fabrikgebäuden gemacht
  3. In der TA Lärm ist nicht hörbarer Infraschall unter 20 Hertz nicht berücksichtigt
  4. Forderung Mindestabstand 1500 m mit Hinweis auf Regelung in anderen Bundesländern, die deutlich mehr Erfahrung haben

• Grundposition:


Über die Standortfrage Autenried haben an erster Stelle die Bürger von Autenried (300 dagegen), Happach (15 dagegen) und Biberberg (39 dagegen), danach die Riedener, danach die Oxenbronner und danach die Ichenhausener und Waldstettener zu diskutieren und mitzuentscheiden. In Bürgerwindräder von Wiltpoldsried können auch nur Ortsansässige investieren.

Deshalb: KEINE Landkreisinitiative, die zum überwiegenden Teil aus nicht-Ichenhausener Atomkraftgegnern besteht, welche die Windenergie als rettenden Strohhalm vor dem  Ertrinken für den Atomausstieg benutzen. Bekanntlich kann ein Strohhalm nicht vor dem Untergehen retten!

• Gespiegelt auf die derzeitige Situation im Energiesektor:

Für jede Nennleistung einer neuen WKA muss dieselbe Nennleistung durch den  Neubau von Schattenkraftwerken (Gas- Kohlekraftwerken etc.) abgesichert werden.
Ein Gaskraftwerk braucht ungefähr 4000 Betriebsstunden im Jahr um die Rentabilitätsgrenze zu überschreiten . Beim angestrebten Energiemix kommt man aber nur auf rund 2400 Betriebsstunden. 14.05.2012, 12:59 Uhr | Financial Times Deutschland

E.ON droht mit Schließung von Gaskraftwerken

Die Schließungspläne zeigen, wie schwer kalkulierbar der Strommarkt durch die Umwälzungen der Energiewende geworden ist. Die Einsatzzeiten konventioneller Kraftwerke sinken immer weiter, weil Wind- und Solarstrom die Versorgung zu Spitzenzeiten im Alleingang übernehmen. Spielt das Wetter nicht mit, werden die zunehmend unrentablen Kohle- und Gaskraftwerke dennoch in vollem Umfang gebraucht.

weiterführender Link: Artikel auf T-Online.de

Abschätzung der Bedeutung des Einspeisemanagements nach EEG 2009
Auswirkung auf die Winderzeugung in den Jahren 2009 und 2010
Studie des Ecofys, 2011 Beauftragt durch : Bundesverband Windenergie e.V. 10117 Berlin

Deutschlands Speicher liegen bei 0,04 TWh, benötigt werden 30 TWh. Laut Studie des BWE Bundesverbandes für Windenergie gehen derzeit 89 GWh pro Jahr verloren. Durch den Zuwachs an Windenergie ist der Anteil des Ausfallmanagement von 36% auf 69 %, in 2009 auf 2010 angestiegen. Der Abschaltung von WKA erfolgte.

2009 in Summe 285 Einsätze an 65 Tagen

2010 in Summe 1085 Einsätze an 107 Tagen

Gesamtumfang der Entschädigungszahlungen nach Bundesnetzagentur: 6 Mio EUR.

Bei 9ct/kWh sind es in 2010 mindestens 8 Mio EUR.
weiterführender Link zu Wind-Energie.de

Die fehlende Regelbarkeit von Wind- und Sonnenenergie führt zu Fast - Blackouts weiterführender Link: Artikel auf Spiegel.de

Augsburger Allgemeine 19.05.2012

Schon 2009 hatte die Bundesregierung festgehalten, dass rund 1800 km Hochspannungsleitung zusätzlich erforderlich sind. Die halbstaatliche Energieagentur geht davon aus , dass dies nicht reicht , und geht von einem Bedarf weiterer 3600 km 380- KiloVolt Leitungen aus.Gebaut wurden zwischenzeitlich nur gut 200 km (…)
(…)Allerdings droht der Netzausbau zulasten der Verbraucher zu gehen. Wirtschaftsminister Philipp Rösler plant angeblich eine Umlage zur Anbindung der gigantischen Offshore-Windparks in der Nord- Ostsee, was höhere Strompreise zur Folge hätte.
weiterführender Link zum Artikel

• Speicher und Methanisierung:


Die Speicher müssen erst noch entwickelt werden – Die Kosten zahlt der interessierte Bürger.

Das grosstechnische Verfahren der Methanisierung muss erst noch zur Serienreife entwickelt werden und für die Massennutzung umgesetzt werden - Investitionskosten zahlt der Bürger und der Wirkungsgrad beträgt nach Umwandlung von Primärenergie Strom und wieder zurück keine 100% "Bei der Elektrolyse gehen rund 20 Prozent der Energie verloren, wird im Anschluss methanisiert, sind es weitere 20 Prozent". Maximal sind 5 Volumenprozent Wasserstoff technisch möglich ins Gasnetz einzuspeisen. PDF zu diesem Thema

  • Termine:
  • Freitag, 02.03.2012

    19:30 Uhr

    Infoveranstaltung der BI-Gegenwind Ichenhausen

    Gasthaus El Bosque in Autenried


    Samstag, 10.03.2012

    08:15 Uhr

    Informationsfahrt nach Gnannenweiler

    Besichtigung der WKA


    Dienstag, 13.03.2012

    19:00 Uhr

    öffentl. Versammlung des Stadtrats Ichenhausen

    Rathaus Ichenhausen


  • Kontakt:
  • info@gegenwind-ichenhausen.de